Es dürfte schwer fallen, eine Einrichtung zu finden – nicht nur in der Tschechischen Republik, sondern auch im weiteren europäischen Raum –, in der seit dem 14. Jahrhundert ununterbrochen medizinische Versorgung angeboten wird. Mitten in der Hauptstadt, am rechten Ufer der Moldau, finden wir ein solches Unikat – es ist das Krankenhaus Na Františku. Das Krankenhaus hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1354, als Arnošt von Pardubice an dieser Stelle eine Kapelle und ein Spital weihte, kontinuierlich weiterentwickelt. Erzbischof Jan gründete 1368 eine Stiftung, die den Fortbestand des Krankenhauses sicherte; diese Stiftung stand unter der Schirmherrschaft von Kaiser Karl IV. selbst.
Aufschwung nach dem Weißen Berg: Die Ankunft der Barmherzigen Brüder
Im Jahr 1620 übergibt Ferdinand II. die Gründungsurkunde des Krankenhauses an den Orden der Barmherzigen Brüder, woraufhin sich das Krankenhaus weiterentwickelt – beim Spital wird eine Apotheke eingerichtet, die Bettenzahl wird von ursprünglich 24 auf 55 erhöht, im Jahr 1703 wird ein weiteres Stockwerk angebaut, und die Einrichtung kann nun fast 90 Patienten aufnehmen. Eine Spende von Kaiserin Maria Theresia ermöglicht den weiteren Ausbau des Krankenhauses „Na Františku“, das als Zweigstelle der medizinischen Fakultät zu einer bedeutenden wissenschaftlichen und Forschungsstätte wird. Im Jahr 1783 genehmigt Kaiser Joseph II. die Pläne für den weiteren Ausbau des Krankenhauses. Zum Direktor des Krankenhauses wird Prof. Jan Theobald Held, der spätere Dekan der Fakultät und Rektor der Karlsuniversität.
Kaiserliche Unterstützung und Ausbau der Krankenhauskapazitäten
Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert besuchten Kaiser Franz Joseph und sein Thronfolger Ferdinand d’Este das Krankenhaus, um es zu unterstützen. Die Bedeutung des Krankenhauses im Zentrum von Prag wurde auch durch Persönlichkeiten wie T. G. Masaryk, E. Beneš oder Papst Pius XI. unterstrichen, die sich um die Beschaffung einer beträchtlichen Geldsumme verdienten, dank der 1926 der Ausbau des am Ufer gelegenen Teils des Gebäudes fertiggestellt werden konnte. Dieser Anbau, entworfen von den renommierten Zwischenkriegsarchitekten V. Kvasnička und J. Mayer, erhöhte die Kapazität des Krankenhauses deutlich auf 200–280 Betten. Damit wurde das Krankenhaus zur größten medizinischen Einrichtung in Prag und der weiteren Umgebung.
Der neue Teil des Krankenhauses wurde am 9. Oktober 1927 feierlich eröffnet. Architektonisch hat er die Form eines liegenden Buchstabens E, wobei der mittlere Teil des Gebäudes den Neubau mit dem ursprünglichen Teil verbindet. Der neue Anbau bietet einen herrlichen Blick auf die Moldau und das Prager Panorama, auch dank der einzigartigen Panoramafenster in den Operationssälen.
Der neue Teil des Krankenhauses wurde am 9. Oktober 1927 feierlich eröffnet. Architektonisch hat er die Form eines liegenden Buchstabens E, wobei der mittlere Teil des Gebäudes den Neubau mit dem ursprünglichen Teil verbindet. Der neue Anbau bietet einen herrlichen Blick auf die Moldau und das Prager Panorama, auch dank der einzigartigen Panoramafenster in den Operationssälen.
Der Zweite Weltkrieg, die Nachkriegsentwicklung und die Gegenwart
Während des Zweiten Weltkriegs diente das Krankenhaus als Lazarett für verwundete Piloten der nationalsozialistischen Luftwaffe. Im Jahr 1950 ging der gesamte Komplex in Staatsbesitz über und wurde Teil verschiedener Bezirksgesundheitsämter, bis das Krankenhaus 1992 aus dem Bezirksgesundheitsamt Prag 1 ausgegliedert wurde. So entstand eine neue juristische Person – das Krankenhaus Na Františku als öffentlich-rechtliche Einrichtung, deren Träger der Stadtbezirk Prag 1 ist.
Die Tradition der Anästhesiologie am Na Františku
Ein entscheidender Moment in der Geschichte des Krankenhauses Na Františku war der 6. Februar 1847, als Bruder Celestýn Opitz hier als Erster in Böhmen eine Operation unter Vollnarkose mit Äther durchführte. Die Narkose wurde zunächst an kräftigen und gesunden Personen getestet. Bis zum 20. April desselben Jahres führte Opitz im Na Františku insgesamt 186 Operationen unter Ätheranästhesie durch, wobei es sich bei den meisten um Zahnentfernungen handelte.
An diese anästhesiologische Tradition knüpfte in den 1960er Jahren die erste stationäre Anästhesiologie- und Reanimationsabteilung (ARO) in der Tschechoslowakei an, die gerade im Krankenhaus Na Františku eröffnet wurde. Während einige Quellen das Jahr 1961 als Gründungsdatum angeben, nahm sie offiziell am 15. Februar 1965 ihren Betrieb auf. Die Abteilung war mit 14 überwachten Betten ausgestattet und leistete Reanimationsversorgung für Patienten aus Prag und dem Umland.
An diese anästhesiologische Tradition knüpfte in den 1960er Jahren die erste stationäre Anästhesiologie- und Reanimationsabteilung (ARO) in der Tschechoslowakei an, die gerade im Krankenhaus Na Františku eröffnet wurde. Während einige Quellen das Jahr 1961 als Gründungsdatum angeben, nahm sie offiziell am 15. Februar 1965 ihren Betrieb auf. Die Abteilung war mit 14 überwachten Betten ausgestattet und leistete Reanimationsversorgung für Patienten aus Prag und dem Umland.
Bedeutende Persönlichkeiten
Die Einzigartigkeit des Krankenhauses Na Františku belegen auch die Namen weiterer medizinischer Koryphäen, die dort tätig waren – Theofil Šrámek, Kristian Zeidler, Prof. Plencziz, Prof. Bayer, Prof. Piťha, Dr. Kreisinger und viele andere. Auch zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten suchten Behandlung im Krankenhaus Na Františku auf – darunter beispielsweise J. Dobrovský, F. X. Brixi, K. I. Thám, Jan Werich, Ljuba Hermanová, Václav Havel oder Hana Hegerová.